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Blasensprung – das solltest du darüber wissen

Blasensprung – das solltest du darüber wissen

Jasmin
Hebammenwissen von: Jasmin
Lesedauer: 6 min.

Der Blasensprung ist das klassische Anzeichen dafür, dass die Geburt deines Kindes bevorsteht. Doch wann genau platzt die Fruchtblase? Und woran erkennst du das? In diesem Beitrag habe ich alle wichtigen Informationen für dich zusammengestellt. Du erfährst mehr über die verschiedenen Arten des Blasensprungs, die sich abhängig von Schwangerschaftswoche, Geburtsfortschritt und Wehentätigkeit unterscheiden. Zudem verrate ich dir, wann du dich auf den Weg zum Geburtsort machen solltest und was dich dort gegebenenfalls erwartet.

Der Blasensprung ist das klassische Anzeichen dafür, dass die Geburt deines Kindes bevorsteht. Doch wann genau platzt die Fruchtblase? Und woran erkennst du das? In diesem Beitrag habe ich alle wichtigen Informationen für dich zusammengestellt. Du erfährst mehr über die verschiedenen Arten des Blasensprungs, die sich abhängig von Schwangerschaftswoche, Geburtsfortschritt und Wehentätigkeit unterscheiden. Zudem verrate ich dir, wann du dich auf den Weg zum Geburtsort machen solltest und was dich dort gegebenenfalls erwartet.

In unserem Schwangerschafts- und Geburtsvorbereitungskurs lernst du noch mehr über die verschiedenen Geburtsanzeichen. Außerdem begleiten wir dich durch alle SSW und bereiten dich auf die Entbindung vor.

Das ist ein Blasensprung und so erkennst du ihn

Während der Schwangerschaft liegt dein Baby sicher geschützt in der Fruchtblase, die aus zwei Eihäuten besteht und die Gebärmutter auskleidet. Dort ist es von Fruchtwasser umgeben, so dass es sich gut bewegen kann und vor äußeren Stößen geschützt ist. Zum Ende der Schwangerschaft platzt die Fruchtblase, damit das Kind sich auf den Geburtsweg machen kann. Ausgelöst wird das durch Prozesse in deinem Körper, die gegen Ende der Schwangerschaft die Eihäute weniger belastbar machen. Dieses Platzen oder auch Reißen heißt Blasensprung. Dabei fließt das Fruchtwasser aus der Scheide heraus. Manchmal geschieht das in einem Schwall, sodass du plötzlich eine große Pfütze bemerkst. Wenn der Riss noch nicht groß ist, kann es auch sein, dass das Fruchtwasser nur tröpfchenweise oder wie ein kleines Rinnsaal austritt. Viele Schwangere fragen sich dann, ob es sich um Fruchtwasser handelt. So erkennst du es:

  • Wehen: Verspürst du bereits regelmäßige Wehen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um Fruchtwasser handelt.
  • Geruch: Du kennst den typischen Geruch von Urin. Fruchtwasser dagegen riecht eher süßlich.
  • Aussehen: Fruchtwasser ist meist klar, während Urin eher ins Gelbliche geht.
  • Regelmäßigkeit: Fließt die Flüssigkeit permanent? Dann handelt sich sich nicht um Urin. Leere deine Blase auf der Toilette oder lege dich hin. Wenn es direkt danach weiter tröpfelt, ist es höchstwahrscheinlich Fruchtwasser.
  • pH-Wert: Mit einem pH-Teststäbchen kannst du einen Blasensprung ebenfalls erkennen. Denn der pH-Wert von Fruchtwasser liegt höher als 6,5, der für das Scheidensekret dagegen eher bei 4,4.

Wenn du dir unsicher bist, dann kläre es am besten bei deinem Frauenarzt oder deiner Geburtsklinik ab. Du kannst für eine erste Einschätzung auch deine Hebamme kontaktieren. Wenn du noch keinen Geburtsort gefunden hast, dann sind ebenfalls dein Arzt oder die Hebamme gute Ansprechpartner.

Der Normalfall: rechtzeitiger Blasensprung / Blasensprung unter Geburt

Bei einem rechtzeitigen Blasensprung platzt deine Fruchtblase erst, wenn auch die Geburtswehen eingesetzt haben. Zudem ist der Muttermund bereits vollständig geöffnet, denn es handelt sich um die Eröffnungsperiode der Geburt.

Oft kann es jedoch auch sein, dass die Fruchtblase platzt, während sich der Muttermund gerade öffnet. Das geschieht ebenfalls während der Geburt – ist aber streng genommen kein rechtzeitiger Blasensprung. Für dich macht das jedoch keinen großen Unterschied, denn in beiden Fällen solltest du deine Hebamme oder deinen gewünschten Geburtsort kontaktieren. Dein Kind wird in den nächsten Stunden geboren werden.

Vorzeitiger Blasensprung – Geburtsbeginn ohne Wehen

Der vorzeitige Blasensprung umfasst alle Blasensprünge vor Einsetzen der Wehen. Ab Woche 37 ist das jedoch kein Problem – dein Baby kann ganz normal zur Welt kommen. Allerdings wäre es auch hier gut, wenn du Kontakt zu deiner Hebamme oder deiner Klinik aufnimmst. Denn wenn die Fruchtblase geplatzt ist, ist für dein Baby der Schutz vor Infektionen nicht mehr gegeben. Wichtig ist, dass du dir jetzt die Uhrzeit des Blasensprungs merkst. Gemeinsam mit deiner Hebamme oder der Geburtsklinik wird anschließend geschaut, wie sich die Situation entwickelt.

Es werden in regelmäßigen Abständen Laborkontrollen und CTG-Kontrollen durchgeführt, damit man schon früh erkennen kann, wenn sich eine Infektion anbahnt. So kann Komplikationen bereits frühzeitig vorgebeugt werden. Es kann auch sein, dass du Medikamente erhältst, die die Gefahr einer Infektion senken. Bei den meisten Frauen setzen nun innerhalb von 24 Stunden die Wehen ein. Ansonsten können Hebammen und Mediziner die Geburt auch einleiten.

Früher vorzeitiger Blasensprung

Davon ist vor der 37. Schwangerschaftswoche die Rede. Bei einem solch frühzeitigen Blasensprung sollte immer medizinisch abgeklärt werden, wie weiter vorgegangen wird und ob eine stationäre Behandlung sinnvoll ist. Das gilt vor allem in besonders frühen Schwangerschaftswochen. Daher wird genau geschaut, in welcher Schwangerschaftswoche sich die werdende Mutter befindet. Ab der 24. Schwangerschaftswoche steigen die Überlebenschancen des Kindes etwas an, jedoch kann es bei einer solchen Frühgeburt nach wie vor zu diversen Komplikationen kommen. Gute Prognosen sind ab der 34. Woche zu erwarten. Wenn kein Infektionsrisiko besteht, kann oft mit der Einleitung der Geburt gewartet werden. Unter Umständen erhält die werdende Mutter Medikamente, die die Reifung der Lunge des ungeborenen Kindes unterstützen. Auch wehenhemmende Mittel, die die Geburt herauszögern und dem Kind mehr Zeit zum Wachsen geben, können verabreicht werden.

Geburtsbeginn ohne Blasensprung – In seltenen Fällen kann es sein, dass dein Baby mit intakter Blase zur Welt kommt. Das ist aber wirklich die Ausnahme.

Häufige Risikofaktoren für einen vorzeitigen Blasensprung

Komplett vorbeugen kannst du einem vorzeitigen Blasensprung nicht. Denn es gibt einige Risikofaktoren, auf die du selbst keinen Einfluss hast:

  • Dazu gehört zum Beispiel eine Mehrlingsschwangerschaft – der Riss kann durch die erhöhte Spannung ausgelöst werden.
  • Auch der Einfluss vorzeitiger Wehen oder eine aufsteigende Infektion können der Auslöser sein.
  • Ein vorzeitiger Blasensprung in einer vorangegangenen Schwangerschaft erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit.
  • Auch wer binnen zwölf Monaten nach der letzten Geburt erneut schwanger wird, kann eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen vorzeitigen Blasensprung haben.
  • Schwangere mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt können ebenfalls eher einen vorzeitigen Blasensprung haben.
  • Gesundheitliche Vorbelastungen wie zum Beispiel Parodontitis oder ein operativer Eingriff in die Gebärmutter wegen der Vorstufe oder des Verdachts auf Gebärmutterhalskrebs gelten auch als mögliche Ursachen.

Mein Tipp: Um bestimmte Risiken vorzeitiger Blasensprünge rechtzeitig zu identifizieren, solltest du regelmäßig deine Vorsorgetermine bei der Hebamme oder beim Frauenarzt wahrnehmen.

Das solltest du tun, wenn deine Fruchtblase platzt

Bei Verdacht auf einen Blasensprung solltest du dich mit deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Geburtsklinik in Kontakt setzen. Sie können mit einem pH-Test feststellen, ob es sich bei der Flüssigkeit tatsächlich um Fruchtwasser handelt. Das ist besonders bei einem hohen Blasensprung wichtig. Hier reißt die Fruchtblase im oberen Bereich. Daher tritt das Fruchtwasser nur tröpfchenweise aus und viele Schwangere sind sich unsicher, ob es sich nicht vielleicht doch um Urin handelt.

Mache dir vor der Fahrt zum Geburtsort oder zum Arzt die Köpfchenlage deines Babys bewusst. Wenn du sicher bis, dass es sich bereits tief in deinem Becken befindet, kannst du noch laufen und mit dem Auto oder Taxi fahren. Bist du dir nicht sicher, dann begib dich in diesem Fall in eine liegende Position. So solltest du auch transportiert werden – dafür wird meist ein Krankenwagen benötigt. Denn ansonsten besteht das Risiko eines Nabelschnurvorfalls.

FAZIT

Fazit Blasensprung: Die Geburt beginnt

In den allermeisten Fällen ist die geplatzte Fruchtblase der Grund für freudige Aufregung. Denn: Die Geburt beginnt. Vor dir liegen jetzt spannende, anstrengende und einzigartige Stunden, bis du schließlich dein Baby in den Armen hältst. Also: Schnapp dir deine idealerweise schon gepackte Tasche und dann geht es los. Tritt der Blasensprung deutlich vor dem errechneten Termin auf, dann lasse dich umgehend ärztlich beraten. In der Regel ist es wichtig, dass eine Behandlung so früh wie möglich erfolgt. Ich wünsche dir alles Gute für dich und dein Baby!

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