Liebevolle Begleitung
23 Jahre Hebammen­erfahrung
Über 500 FAQ

Vorzeitiger Blasensprung – das solltest du darüber wissen

Ein vorzeitiger Blasensprung heißt, dass die Fruchtblase platzt, bevor die Wehen eingesetzt haben. Er unterscheidet sich damit von dem rechtzeitigen Sprung. Je nach Schwangerschaftswoche und Art des Sprungs kann es sein, dass du entweder ganz normal oder im Liegendtransport ins Krankenhaus fahren solltest. Wir erklären dir hier, worauf du achten musst und wie du einen Blasenriss erkennen kannst.

In unserem Schwangerschafts- und Geburtsvorbereitungskurs lernst du noch mehr über die verschiedenen Geburtsanzeichen. Außerdem begleiten wir dich durch alle SSW und bereiten dich auf die Entbindung vor.

Verschiedene Arten des Blasensprungs unterscheiden

Beim Blasensprung gibt es sehr viele verschiedene Einteilungen, die einerseits mit der Art des Sprungs zu tun haben und andererseits mit dem Zeitpunkt. Für euch sind die meisten Unterscheidungen dabei aber nicht wichtig – sie helfen nur dem Arzt oder der Hebamme dabei, eure Situation besser einzuschätzen. Bei dem Zeitpunkt eines Blasenrisses unterscheidet man zwischen:

  • Früher vorzeitiger Blasenriss: Davon ist vor der 37. SSW die Rede. Es sollte immer abgeklärt werden, wie weiter vorgegangen wird und ob eine stationäre Behandlung sinnvoll ist. Ab der 24. SSW steigen die Überlebenschancen des Kindes etwas an, jedoch kann es nach wie vor zu diversen Komplikationen kommen. Gute Prognosen sind ab der 34. Woche zu erwarten.
  • Vorzeitiger Blasenriss: Damit sind alle Blasensprünge vor Einsetzen der Wehen gemeint. Auch der frühe vorzeitige Blasenriss fällt also darunter. Ab Woche 37 ist das jedoch kein Problem – dein Baby kann ganz normal zur Welt kommen.
  • Rechtzeitiger Blasenriss: Dabei platzt deine Fruchtblase erst, wenn auch die Wehen eingesetzt haben und der Muttermund voll geöffnet ist.

Darüber hinaus wird unterschieden zwischen einem hohen und einem doppelten Blasenriss. Bei ersterem liegt der Riss über dem Muttermund. Bei letzterem erfolgt zusätzlich ein Riss beim unteren Eipol.

So kannst du einen Blasensprung erkennen

Ob du Fruchtwasser verlierst, ist mit dem bloßen Auge nicht immer leicht zu identifizieren. Wir empfehlen dir, dass du dir die Farbe genauer anschaust und den Geruch überprüfst. Fruchtwasser ist vom Geruch her etwas süßlich und farblich eher weiß. Bei einem säuerlichen Geruch und gelblicher Farbe handelt es sich vermutlich um Urin.

Es kann sein, dass du sehr viel Flüssigkeit verlierst – in dem Fall handelt es sich vermutlich um einen doppelten Blasenriss. Wenn es nur wenig Flüssigkeit ist, dann kann es entweder Urin sein oder ein hoher Blasenriss. Wenn du dir unsicher bist, dann kläre es am besten bei deinem Frauenarzt oder deiner Geburtsklinik ab. Du kannst für eine erste Einschätzung auch deine Hebamme kontaktieren. Wenn du noch keinen Geburtsort gefunden hast, dann sind ebenfalls dein Arzt oder die Hebamme gute Ansprechpartner.

Hinweis: Wenn das Fruchtwasser grünlich ist, dann hat dein Baby vielleicht schon Mekonium ausgeschieden. Du solltest dann frühestmöglich ins Krankenhaus fahren.

Folgen eines (vorzeitigen) Blasenrisses

Besonders der frühe vorzeitige Blasenriss erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt bzw. eine Frühgeburt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass eine Infektion entsteht. Dabei können sowohl Kind als auch Mutter gefährdet werden. Ist dein Baby noch nicht in Geburtsposition, dann könnte es in seltenen Fällen außerdem zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Die Nabelschnur rutscht dann nach unten und wird möglicherweise abgeklemmt.

Es hilft, wenn du dich nach einem Blasenriss hinlegst, bevorzugt in die linke Seitenlage. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich auch liegend transportieren lassen.

Ist dein Baby jedoch bereits in Geburtsposition – wenn also der Kopf oder der Po fest im Becken sitzt – dann musst du dir über einen Nabelschnurvorfall keine Gedanken machen. Ein Liegendtransport ist nicht notwendig. Wenn du dir unsicher bist, dann sprich vorher am besten mit deiner Hebamme. Und mach dir nicht zu viele Sorgen: Ein Nabelschnurvorfall tritt nur selten auf.

Das solltest du tun, wenn deine Fruchtblase platzt

Bei Verdacht auf einen Blasenriss solltest du dich mit deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Geburtsklinik in Kontakt setzen. Im Krankenhaus wird dann geschaut, ob es sich bei der Flüssigkeit tatsächlich um Fruchtwasser handelt. Dazu wird einfach der pH-Wert gemessen.

Bestätigt sich der Verdacht auf einen vorzeitigen Sprung, dann warten die Ärzte und Hebammen in der Regel ab, ob auch die Wehen einsetzen. Die Zeitspanne dafür ist unterschiedlich: In den meisten Kliniken liegt sie zwischen 12–24 Stunden. Ansonsten wird die Geburt eingeleitet – sofern deine Schwangerschaft schon weit genug fortgeschritten ist.

Falls du noch in einer früheren SSW bist, dann bekommst du eventuell wehenhemmende Mittel. Dadurch soll die Geburt hinausgezögert werden, bis das Baby etwas mehr gereift ist. Im gleichen Zuge wird in regelmäßigen, kurzen Abständen überprüft, dass ihr beide gesund seid.

Häufige Risikofaktoren für einen Blasenriss

Komplett vorbeugen kann man einem Blasenriss nicht. Denn es gibt einige Risikofaktoren, auf die du selbst keinen Einfluss hast. Dazu gehört zum Beispiel eine Mehrlingsschwangerschaft – der Riss wird lediglich durch die erhöhte Spannung ausgelöst. Auch der Einfluss vorzeitiger Wehen oder eine aufsteigende Infektion können der Auslöser sein. Um bestimmte Risiken vorzeitiger Blasensprünge rechtzeitig zu identifizieren, solltest du regelmäßig deine Vorsorgetermine bei der Hebamme oder beim Frauenarzt wahrnehmen.

Geschrieben von

Jasmin
Jasmin
Hebamme

Mehr dazu lesen

Warenkorb lädt...

Warenkorb
0 Kurspaket

Warenkorb schließen
Dein Warenkorb ist gegenwärtig leer.
    Rabatt 0,00 €
    Zwischensumme 0,00 €
    Gesamtsumme
    inkl. MwSt.
    0,00 €
    Zur Kasse