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Kaiserschnitt – Indikationen, Ablauf und Risiken

Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, die auch als Sectio caesarea oder Schnittentbindung bezeichnet wird. Dabei werden Bauch und Gebärmutter der Schwangeren geöffnet, um das Kind zur holen. Er wird durchgeführt, wenn es zu riskant ist, das Baby auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen. Ob die Operation medizinisch notwendig ist, entscheidet dein Arzt. Anderenfalls wird er dir vermutlich zu einer Geburt raten. Was du zum Kaiserschnitt wissen solltest und wie er durchgeführt wird, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wir sind Julia & Jasmin, die beiden Hebammen von Momallie. In unserem Schwangerschafts- & Geburtsvorbereitungskurs begleiten wir dich durch sämtliche SSW und bereiten dich auf die Geburt vor. Dabei ist es uns besonders wichtig, dir deine Ängste zu nehmen und dir das nötige Vertrauen für eine selbstbestimmte Schwangerschaft und Entbindung zu geben.

Absolute und relative Indikationen für den Kaiserschnitt

Gründe für einen Kaiserschnitt sind vielfältig. Dabei wird unterschieden zwischen absoluten Indikationen und relativen Indikationen, also zwingenden Gründen und nicht-zwingenden. Absolute Indikationen für eine Operation sind alle medizinischen Gründe, die das Leben oder die Gesundheit von Mutter bzw. Kind gefährden. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen der Mutter wie Herpes oder HIV. Aber auch Fehlstellungen des mütterlichen Beckens, eine riskante Frühgeburt oder eine Querlage des Babys sind wichtige Gründe gegen eine gewöhnliche Geburt.

Der Eingriff wird teilweise außerdem bei relativen Indikationen durchgeführt, welche eine vaginale Entbindung erschweren könnten. Dazu gehören zum Beispiel eine Beckenendlage des Kindes oder ein Geburtsstillstand.

Im Idealfall werden absolute Indikationen für einen Kaiserschnitt bereits in der Schwangerschaft festgestellt. Es kann jedoch auch passieren, dass sie sich erst unter der Entbindung zeigen – zum Beispiel, wenn die Geburt des Kindes nicht mehr vorangeht.

Ablauf der Sectio caesarea – was du wissen solltest

Bei der Sectio caesarea wird zunächst unterschieden zwischen einer primären Sectio und einer sekundären Sectio, also einem geplanten Kaiserschnitt und einem ungeplanten Kaiserschnitt. Bereits bei der Schwangerschaftsvorsorge wird nachgeschaut, ob es Indikationen gibt, die für einen primären Kaiserschnitt sprechen. Falls dies der Fall ist, dann werden mit der Frau die weiteren Schritte besprochen. Gemeinsam mit der Klinik legt ihr einen Termin fest, an dem die Operation stattfinden soll. Operiert wird unter Teilnarkose, damit du die Ankunft deines Babys miterleben kannst. Einen geplanten Kaiserschnitt unter Vollnarkose findet man eher selten.

Ein sekundärer Kaiserschnitt bzw. ungeplanter Kaiserschnitt wird durchgeführt, wenn während der Geburt Komplikationen auftreten. Meistens muss es hier schnell gehen, da die Entbindung schon im Gange ist. Handelt es sich um einen Notfall, dann wird der sogenannte Notkaiserschnitt unter Vollnarkose durchgeführt. Dies sorgt dafür, dass sich die Ärzte und Hebammen vollständig auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind konzentrieren können.

In den meisten Kliniken wird heute ein sanfter Kaiserschnitt durchgeführt. Das bedeutet, dass das Gewebe über der Gebärmutter nicht durchtrennt, sondern mit den Händen zur Seite geschoben wird. Dadurch kann dein Körper nach dem Kaiserschnitt besser heilen. Außerdem ist das Risiko für Komplikationen während der nächsten Schwangerschaft etwas geringer. Der Einschnitt in die Haut und Gebärmutter erfolgt horizontal über dem Schambein. Schließlich wird alles mit selbstauflösenden Fäden wieder vernäht.

Gut zu wissen: Die Dauer von Kaiserschnitten beläuft sich meistens auf etwa eine halbe Stunde.

Nach dem Kaiserschnitt – was ist anders als nach der Geburt?

So wie nach einer normalen Geburt solltest du dich nach einer Sectio erst einmal schonen. Dabei gibt es jedoch einige Besonderheiten. Es ist möglich, dass du am ersten Tag noch nicht aufstehen kannst. Dein Kreislauf wird sich daran jedoch schnell wieder gewöhnen. Lasse dir Zeit und sei achtsam mit dir selbst. In den ersten Tagen werden du und dein Baby erstmal noch im Krankenhaus versorgt. Nach 3–7 Tagen werdet ihr wieder nach Hause dürfen. Eine ambulante Geburt ist bei einem Kaiserschnitt damit nicht möglich.

Es kann sein, dass dir die Narbe am Anfang sehr zu schaffen macht. Denke deshalb daran, nicht zu ruckhafte Bewegungen zu machen. Außerdem ist es hilfreich, beim Husten eine Hand auf das Pflaster zu halten. Mit der Rückbildungsgymnastik musst du etwas länger warten als bei der gewöhnlichen Geburt. Du solltest erst nach etwa 12 Wochen damit anfangen. Bei einer Geburt kannst du schon 8 Wochen nach der Entbindung loslegen.

Auch der Wochenfluss verändert sich nach einem Kaiserschnitt. In der Regel ist dieser weniger stark ausgeprägt.

Nach der Sectio gibt es so einige Besonderheiten. Hier erfährst du, was du beim Sex nach dem Kaiserschnitt beachten solltest.

Wann ist eine erneute Schwangerschaft möglich?

Nach einem Kaiserschnitt solltest du mit einer weiteren Schwangerschaft am besten 1 Jahr lang warten. Dadurch hat dein Körper genügend Zeit zum Regenerieren. Grundsätzlich spricht medizinisch bei einer späteren Schwangerschaft nichts gegen eine natürliche, reguläre Geburt. Du solltest dies jedoch im Einzelfall mit deinem Arzt absprechen. Dieser wird dich zu dem Thema beraten. Auch deine Hebamme kannst du bei Fragen jederzeit ansprechen.

Mutter-Kind-Bindung nach Kaiserschnitt

Genau wie bei der natürlichen Geburt hast du nach einem Kaiserschnitt Gelegenheit für das Bonding mit deinem Baby. Es kann jedoch ein wenig länger dauern, bis du dein Kind in den Armen hältst. In den meisten Fällen wird zunächst die Wunde verschlossen. Das ist ein Nachteil gegenüber der vaginalen Geburt.

In manchen Kliniken wird jedoch das Sectio-Bonding angeboten. Dabei wird das Neugeborene auf deine Brust gelegt, bevor die Wunde vernäht wird. Wenn du dir das Sectio-Bonding wünschst, dann frage in deiner Klinik nach, ob dies möglich ist. Oder sprich deine Hebamme darauf an.

Tipp: Mach dir nicht zu viele Sorgen, falls du und dein Kind nicht sofort bonden könnt. Die Bindung zum Neugeborenen lässt sich noch nachholen.

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt – was ist besser?

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es bei einer Schnittentbindung zu Komplikationen wie Infektionen oder Blutungen kommen. Außerdem gibt es mittlerweile diverse Studien, die zeigen, dass das Kind bei einer regulären Geburt gesundheitliche Vorteile hat. Es sollte daher immer sorgfältig abgewogen werden, ob Kaiserschnitte notwendig sind oder nicht.

Besonders der sogenannte Wunschkaiserschnitt wird von werdenden Müttern immer häufiger angesprochen. Die Frauen möchten damit den Geburtsschmerzen einer vaginalen Entbindung vorbeugen. Auch Dammverletzungen zum Beispiel werden durch einen Kaiserschnitt vermieden.

Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die du beachten solltest. Zum einen führt auch ein Kaiserschnitt zu Schmerzen – er zieht eine deutlich längere Wundheilung nach sich als eine natürliche Geburt. Zum anderen fühlt sich für viele Mütter der Kaiserschnitt im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Eingriff an. Die eigene körperliche Arbeit tritt in den Hintergrund, wodurch teilweise das Gefühl von Selbstbestimmung abnimmt. Wenn bei dir ein Kaiserschnitt gemacht wird, kannst du außerdem nicht so flexibel über den Geburtsort entscheiden – eine Entbindung im Geburtshaus oder gar eine Hausgeburt sind dann nicht möglich.

Dazu kommt, dass ein Wunschkaiserschnitt zwar an sich legal ist, von vielen Ärzten oder ganzen Kliniken jedoch abgelehnt wird. Dort wird eine Sectio nur dann durchgeführt, wenn medizinische Indikationen bestehen. Hebammen und Ärzte sind dazu angehalten, dich über mögliche Komplikationen aufzuklären.

Ob du dich für oder gegen einen Kaiserschnitt entscheidest, liegt jedoch letztlich bei dir. Wir wünschen dir auf deinem Weg alles Gute!

Geschrieben von

Jasmin
Jasmin
Hebamme

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