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Milcheinschuss – alles zu Zeitpunkt, Ablauf und Unterstützung

Zu Beginn der Stillzeit beschäftigt das Thema Milcheinschuss viele frischgebackene Mamas. Während eine Frau noch auf die reichliche Milchbildung wartet, macht einer anderen Mutter ihre schwere Brust schon zu schaffen. Denn dieser Vorgang ist individuell, jede Mama erlebt ihn auf ihre eigene Art und Weise. In diesem Beitrag habe ich daher alle Informationen rund um dieses Thema für dich zusammengestellt und beantworte häufige Fragen. Du erfährst, wann die Milchproduktion startet, was du tun kannst, um sie zu fördern und was bei Beschwerden hilft.

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Wann kommt der Milcheinschuss?

Meist zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Geburt macht sich der Milcheinschuss bemerkbar. Bei den meisten Frauen tritt er am dritten Tag auf. Zuvor hat deine Brust das Kolostrum produziert. Das ist eine sehr nahrhafte Vormilch, sie sieht gelb und dickflüssig aus. Da der Magen deines Babys sehr klein ist, war auch die Kolostrum-Menge sehr gering. Mit dem Milcheinschuss startet die Produktion größerer Mengen Muttermilch. Diese Milch ist eine Übergangsmilch. Sie besitzt mehr Fette und Kohlenhydrate, dafür aber weniger Eiweiß als die Vormilch. Ungefähr bis zum 15.Tag nach der Geburt erhält dein Baby diese Übergangsmilch. Dann beginnt dein Körper damit, die reife Muttermilch herzustellen. Diese Milch bekommt dein Kind bis zum Ende der Stillzeit, sie verfügt über viele Vitamine, Proteine und Milchzucker.

Übrigens: Bei manchen Frauen tritt schon in der Schwangerschaft etwas Milch aus der Brust. Das ist das Kolostrum. Diese Vormilch wird bereits in der Schwangerschaft gebildet, so bereiten sich deine Brüste auf das Stillen vor. 

Diese Symptome können auftreten

Der Milcheinschuss ist ein großer Veränderungsprozess in deinem Körper. Er stellt sich darauf ein, dein Kind in den nächsten Monaten mit viel Muttermilch zu versorgen. Während diese Produktion in Gang kommt, können diese Symptome auftreten:

  • geschwollene Brüste: Das liegt an den Wassereinlagerungen der Lymphflüssigkeit, der stärkeren Durchblutung und der angestiegenen Milchbildung. Oft fühlen sich die Brüste hart an, spannen und sind besonders druckempfindlich. Auch Schmerzen oder verhärtete Stellen können vorkommen.
  • gerötete Haut: Weil die Brüste stärker durchblutet werden, kann sich die Haut röten. Deshalb treten auch oft Venen hervor und werden nun von außen deutlich sichtbarer.
  • erhöhte Temperatur: Aufgrund der körperlichen Umstellungen erhöht sich bei einigen stillenden Frauen die Körpertemperatur deutlich.

Meiner Erfahrung nach verringern sich viele dieser Beschwerden nach einem Tag, spätestens jedoch nach zwei bis drei Tagen. Solltest du danach noch immer Symptome spüren, sprich mit deiner Hebamme.

So kannst du die Symptome und Schmerzen beim Milcheinschuss lindern

Schmerzende Brüste sind unangenehm. Glücklicherweise gibt es viele bewährte Hausmittel, mit denen sich die Symptome und auch Schmerzen lindern lassen. Ich empfehle dir zuallererst, dein Kind so oft es geht zu stillen. Denn Anlegen sorgt dafür, dass die Brüste gut entleert werden. Dein Baby sollte dabei die Brustwarze möglichst vollständig erfassen. Dann massiert es mit seinem Kiefer die Brust optimal und befördert viel Milch aus den Milchgängen. Diese Tipps verschaffen dir zusätzliche Linderung:

  • Wärme: Sie macht das Brustgewebe weicher. Versuche einmal feucht-warme Umschläge oder eine warme Dusche vor dem Stillen. So kann die Milch leichter fließen und dein Baby die Brust auch einfacher fassen.
  • Quarkwickel: Nach dem Stillen wirkt Kälte entzündungshemmend und schmerzlindernd. Weißkohlwickel oder Quarkwickel sind ein gutes und günstiges Hausmittel. Mehr erfährst du in unserem Beitrag “Quarkwickel bei Milchstau“.
  • Still-BH: Auch die Wahl des richtigen Still-BHs hilft. Er sollte deine Brust gut unterstützen, aber nicht zu eng sein. Denn Druck kann die Symptome beim Milcheinschuss noch verstärken.
  • Still-Position: Du spürst verhärtete Stellen in deiner Brust? Dann kann es hilfreich sein, die Still-Position zu verändern. Positioniere dich so, dass dein Kind dort saugt, wo die verhärteten Stellen sind. Dort, wo das Kinn deines Babys hinzeigt, zieht es die meiste Milch. Ideal ist dabei die Liege-Position. Dann kannst du das Baby einfach so legen, dass es die sensiblen Bereiche der Brust leertrinkt.
  • Stillzeit: Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt gibt es oft viel Hektik und Unsicherheit. Denn alles ist neu und das Zusammenleben mit dem Baby muss sich erst noch einspielen. Stress wirkt sich jedoch auf das Baby und auch auf die Mutter aus. Nimm dir daher bewusste Ruhezeiten für das Stillen. Zu Beginn dauern Stillmahlzeiten manchmal lange, aber auch das ist normal und für die Milchbildung wichtig.
  • Ausstreichen: Wenn die Brust verhärtet ist, kann sanftes Ausstreichen helfen. Eine Anleitung dafür findest du hier. Ob überschüssige Milch mit einer Milchpumpe abgepumpt werden sollte, kann du am besten mit deiner Hebamme oder einer Stillberaterin besprechen. Das Abpumpen hilft, wenn das Baby die Brust sonst nicht zu fassen bekommt. Allerdings kann die Milchpumpe die Milchproduktion auch zusätzlich anregen und so die Symptome womöglich noch verstärken.
  • Stillhütchen: Die Brüste sind so verhärtet, dass das Baby sie kaum in den Mund nehmen kann? Dann können Stillhütchen vorübergehend eine Option sein. Alles über dieses Hilfsmittel und warum du vor der Verwendung mit deiner Hebamme sprechen solltest erfährst du in unserem Beitrag “Stillen mit Stillhütchen“.
  • Lymphmassage: Hinter dem Milchstau steckt unter anderem die gestiegene Lymphflüssigkeit in deinen Brüsten. Eine Brustmassage kann helfen, dass diese Flüssigkeit besser abfließt. Dafür lockerst du zunächst das Gewebe in der Achselhöhle, da sich hier auch Lymphknoten befinden. Anschließend massierst du die Brust beginnend von der Brustwarze in Richtung Achselhöhle.
  • Schmerzmittel: Ibuprofen und Paracetamol sind Schmerzmittel, die auch in der Stillzeit genommen werden können. Sie lindern die Schmerzen, sollten jedoch immer nur eine kurzfristige Lösung sein.

Milcheinschuss und Milchstau

In einigen Fällen kann der Milcheinschuss von gesundheitlichen Problemen begleitet werden. Fieber, Verhärtungen oder Schmerzen in deiner Brust, Schüttelfrost oder auch stellenweise Rötungen deuten möglicherweise auf einen Milchstau hin. Ein solcher Stau entsteht, wenn die Milchgänge in der Brust beim Stillen nicht komplett geleert werden. Gerade zu Beginn der reichlichen Milchproduktion kann das auftreten, weil sich das gesteigerte Milchvolumen und das Trinkverhalten deines Babys erst noch einpendeln müssen. Hier hilft besonders häufiges Anlegen des Kindes, sodass die Brust gut entleert wird. Zwischendurch kann die Brust auch vorsichtig ausgestrichen werden, um den Milchstau zu lösen. Manchmal wird auch das Abpumpen empfohlen, um die Brust zu leeren. Übrigens: Abgepumpte oder ausgestrichene Milch kannst du prima weiterverwenden. Sie ist ein hervorragender Badezusatz oder hilft auch bei wundem Po.

Mein Tipp: Sprich bei Schmerzen oder Stillproblemen mit deiner Hebamme. Sie erkennt schnell, ob es sich um einen Milchstau handelt und kann dir Tipps geben. Rasches Handeln ist hier wichtig, damit sich der Milchstau nicht zu einer Brustentzündung entwickelt.

Warum kommt der Milcheinschuss nicht?

Manchmal lässt der Milcheinschuss auf sich warten. Dafür gibt es verschiedene Gründe. So verzögert ein Kaiserschnitt in der Regel die reichliche Milchproduktion zeitlich etwas nach hinten. Doch keine Sorge: Auch nach einer Geburt per Kaiserschnitt kann eine Mutter ihr Neugeborenes meist stillen. Manche Neugeborene schlafen zu Beginn viel. Das ist verständlich, schließlich war die Geburt anstrengend. Doch wenn das Baby in den ersten Tagen zu wenig angelegt wird, wird die Milchproduktion manchmal nicht ausreichend angeregt. Das kann den Milcheinschuss verzögern. Wenn es dem Neugeborenen oder der Mutter nach der Geburt nicht gut geht, sind sie zur Behandlung manchmal längere Zeit voneinander getrennt. Auch das kann die Milchproduktion verzögern.

Wie kann ich den Milcheinschuss unterstützen?

Häufiges Anlegen und direkter Hautkontakt zwischen Mutter und Baby sind zwei wesentliche Faktoren für die Milchproduktion. Denn die Milchbildung wird von Hormonen gesteuert. Der Körper schüttet das milchbildende Hormon Prolaktin besonders stark aus, wenn das Baby an der Brustwarze saugt. Daher ist das erste Anlegen wichtig. Schon in der Stunde nach der Geburt sollte das Neugeborene sich idealerweise stillen. Während der darauf folgenden Tage ist regelmäßiges Anlegen zu empfehlen. Acht bis zwölf Mal in 24 Stunden gilt als Richtwert. Schläft das Baby viel, kann es zwischendurch auch sanft geweckt werden. Das regelmäßige Entleeren der Brust führt dazu, dass noch mehr Prolaktin und damit auch mehr Milch gebildet wird. Weitere Tipps zum findest du in unserem Beitrag “Stillbeginn“.

Fazit: Gehe den Milcheinschuss in Ruhe an

Dein Körper hat in Schwangerschaft und Geburt bereits bis jetzt Großartiges geleistet. Mit dem Milcheinschuss steht Mutter und Baby nun der nächste Abschnitt bevor: die Stillzeit. Mit Entspannung, viel Kuschelzeit mit deinem Schatz und bewährten Hausmitteln kannst du dich auf diese Phase vorbereiten. Wenn Herausforderungen auftreten, sind Hebammen, Stillberaterinnen und Ärzte gerne für dich da. Expertinnen findest du zum Beispiel bei der LaLecheLiga oder auch der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen.

Du suchst nach weiteren Infos zum Thema Stillen? Sieh doch mal in unserem Ratgeber vorbei:

Geschrieben von

Jasmin
Jasmin
Hebamme

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