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Babys richtig wickeln: Tipps zum Windeln wechseln

Beim Wickeln eines Babys gibt es so einiges zu beachten. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du zum Thema wissen solltest – inklusive Wickel-Anleitung, Tipps zum Wickeltisch und zur notwendigen Ausstattung.

Unsere Momallie Kurse geben dir hilfreiche Tipps im Umgang mit deinem Baby – vielleicht ist auch für dich das Passende dabei?

Wickel Ausstattung – diese Dinge brauchst du

Windeln sind nicht alles, was man zum Wickeln benötigt. Doch eine ganze Kollektion an Pflegeprodukten muss auch nicht sein. Es ist völlig ausreichend, wenn man das Baby mit Wasser saubermacht. Hier findest du eine kleine Übersicht, was zum Wickeln wirklich wichtig ist:

  • Windeln: Welche Windeln ihr wählt, ist ganz euch überlassen. Immer mehr Eltern greifen zu Stoffwindel-Systemen, um die Müllproduktion zu minimieren. Diese nachhaltige Alternative bedeutet jedoch auch mehr Aufwand: Statt die volle Windel wegzuwerfen und eine neue Windel zu benutzen, müssen Stoffwindeln nach jedem Gebrauch gereinigt werden.
    Bei der richtigen Windelgröße gibt es keine einheitliche Antwort. Sie richtet sich nach dem Gewicht deines Babys, kann sich aber bei den Herstellern unterscheiden. Schaue am besten bei dem Windelhersteller deiner Wahl nach – zum Beispiel auf der Verpackung oder der Webseite. Probiere es sonst einfach selbst aus: Zwischen Windel und Haut sollte überall (auch an den Beinen) noch ein Finger dazwischen passen.
  • Wärmelampe: Damit dem Baby nicht kalt wird, solltet ihr über eurer Wickelkommode eine Wärmelampe anbringen. Eine Temperatur von 25° C ist ideal für euer Baby. Achtet jedoch unbedingt darauf, dass die Lampe sicher und in einem ausreichenden Abstand angebracht ist. Die notwendigen Informationen dazu findet ihr in der Produktanleitung.
  • Wickelauflagen: Ihr könnt selbst entscheiden, welche Wickelauflagen ihr verwenden möchtet. Achtet jedoch darauf, dass sie kein PVC enthalten. Dieses kann die empfindliche Baby-Haut reizen.
  • Waschlappen, Schale & Wasser: Zum Saubermachen eures Babys benötigt ihr weder Seife noch sonstige Pflegeprodukte. Auch Feuchttücher solltet ihr besser nur unterwegs benutzen, da diese unterschiedliche Kosmetika enthalten können. Säubert euer Neugeborenes besser nur mit einem Waschlappen und warmem Wasser.
  • Thermoskanne: Mit einer Thermoskanne könnt ihr sichergehen, dass das Wasser für euer Kleines immer schön warm ist.
  • Ablenkung: Euer Baby ist beim Wickeln deutlich entspannter, wenn es währenddessen etwas zu Staunen hat. Ein buntes Mobile oder ähnliches kann euer Kleines daher gut ablenken. Tauscht das Mobile ruhig zwischendurch einmal aus, damit es für euer Baby nicht zu langweilig wird. Achtet jedoch darauf, das Mobile nicht zu früh aufzuhängen – in der ersten Zeit sollte das Baby nicht zu viele Reize erhalten.
  • Außerdem gut: Thermometer & Spucktücher. Wenn ihr möchtet, könnt ihr selbstgemachte Kokostücher zum Saubermachen verwenden.

Anleitung: So wickelst du ein Baby

Beim Wickeln legst du dein Kind zunächst mit dem Rücken auf die Wickelunterlage. Achte darauf, immer eine Hand auf das Baby zu legen, wenn du wickeln möchtest. Öffne und entferne vorsichtig die schmutzige Windel und entsorge sie im Hausmüll. Reinige den Intim- und Afterbereich gründlich mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen. Vorsicht: Nur von vorne nach hinten reinigen! Danach solltest du alles schön trocknen, damit es nicht zu Hautreizungen oder einem wunden Po kommt.

Für den richtigen Griff fasst du das Baby unter dem Knie (nicht an den Füßen) und hebst es etwas an. Du kannst es alternativ auch über die Seite drehen. Lege dann die Windel am Rücken recht weit oben unter und drehe oder lege dein Kleines zurück. Befestige dann das Mittelteil am Bauch – zwischen Windel und Haut sollte ein Finger breit Platz bleiben. Richte die Windel anschließend an den Beinen und schau nach, dass hier ebenfalls ein Finger breit Platz ist. Herzlichen Glückwunsch, du hast dein Baby perfekt gewickelt!

  • Du möchtest mehr über den Umgang mit deinem kleinen Wunder lernen? Dann schau mal in unserer Kategorie Baby vorbei!

Hinweis: Bei Jungs solltest du beim Anlegen der Windel darauf achten, dass der Penis nach unten zeigt, damit er nicht nach oben rauspinkelt. Ziehe außerdem die Vorhaut nicht zurück: Sie ist in dem Alter noch nicht so elastisch und kann leicht verletzt werden.

Eine unserer häufigen Fragen ist übrigens: Wie oft sollte man die Windeln wechseln? – Dein Kleines sollte am besten alle zwei bis drei Stunden zu den Mahlzeiten gewickelt werden. Ansonsten solltest du auf die Signale deines Kindes achten. Falls das noch nicht so gut klappt, mach dir keine Gedanken. Eltern lernen schnell, wie sie die unterschiedlichen Baby Bedürfnisse unterscheiden können.

Wie sollte der Stuhlgang meines Babys aussehen?

Der Stuhlgang des Babys verändert sich über die Zeit hinweg. In den ersten Tagen scheiden kleine Babys noch das Mekonium, auch Kindspech genannt, aus. Dieses ist schwarz-braun und klebrig. Danach folgt in den ersten Wochen der grüne Übergangsstuhl. Schließlich kommt der Muttermilchstuhl, welcher goldgelb ist. Er ist mal breiig, mal flüssig und es können auch kleine Stückchen darin sein. Das ist aber alles vollkommen normal. Solltest du, während du wickelst, sonstige Veränderungen feststellen oder dir unsicher sein, dann sprich am besten einmal deine Hebamme oder den Arzt darauf an.

Tipp: Um Verstopfung vorzubeugen, kannst du euer Neugeborenes massieren. Es gibt sogar spezielle Babymassage-Kurse, in denen Eltern verschiedene Techniken lernen und mit ihrem Kleinen Zeit für das Bonding haben.

Wunder Po: Empfindliche Haut richtig pflegen

Bei einem wunden Po denken viele Eltern zuerst daran, diesen gründlicher zu säubern. Dafür greifen sie zu unterschiedlichen Pflegeprodukten und reiben Babys Po mit diversen Salben ein. Zu viel Pflege ist jedoch nicht gut. Gerade im ersten Lebensjahr sind eigentlich keine kosmetischen Cremes nötig, wenn du dein Kleines wickelst.

Gerade im frühen Wochenbett ist es jedoch durchaus möglich, dass der gewickelte Po wund wird. Dies liegt daran, dass die Pobacken eng aneinander liegen und nicht so viel Luft an die Haut gelangt. Stuhlgang und Urin reizen den Po dann noch weiter. In dem Fall raten wir dir, mit natürlichen Pflegeprodukten zu arbeiten. Tupfe zwischendurch einfach etwas Schwarzen Tee (abgekühlt!), Muttermilch oder Kokosfett auf die Haut. Zum Reinigen verwendest du idealerweise keine Feuchttücher, sondern lediglich Wasser.

Trockne das Baby nach dem Säubern immer gut ab und vergiss dabei die Hautfalten und die Leiste nicht. Hilfreich ist es außerdem, zwischendurch etwas Luft an den Po zu lassen. Nimm dazu einfach die Windel ab und lege dein Kleines in Bauchlage. Es gibt sogar Eltern, die ihr Kleines windelfrei großziehen, es also gar nicht wickeln.

Wenn die Reizung nicht abnimmt, schlimmer wird oder sich kleine Pickel bilden, dann solltest du den Arzt oder die Hebamme um Rat fragen. Es kann sein, dass sich ein Pilz gebildet hat.

Der passende Wickeltisch: Darauf solltest du achten

Ob du einen Wickeltisch oder eine Wickelkommode verwendest, ist grundsätzlich nicht wichtig. Selbst, wenn du keine der beiden Optionen anschaffst, werdet ihr gut auskommen. Denn mit einer entsprechenden Unterlage kannst du eigentlich überall wickeln. Das Wichtigste ist, dass dein Kleines sicher liegt und du immer in der Nähe bleibst, damit es nicht herunterfallen kann.

Falls du dich doch für eine Wickelkommode oder einen Wickeltisch entscheidest, solltest du ein paar Punkte beachten:

  • Modell: Neben Wickeltischen und -kommoden gibt es noch weitere Varianten, die du dir anschauen kannst. Zum Beispiel gibt es besondere Wickelsysteme, die du an die Wand hängen und einklappen kannst. Dies ist vor allem bei kleineren Wohnungen praktisch. Schau dich um und besprich mit deinem Partner, welches Modell für euch in Frage kommt.
  • Stauraum: Denke daran, dass du zum Wickeln nicht bloß die Windeln benötigst. Um Platz für alle Utensilien zu haben, kann eine Wickelkommode sehr praktisch sein. Ein extra Regal oder eine kleine Kommode eignen sich aber genauso gut. Wichtig ist nur, dass alle Utensilien beim Wickeln gut erreichbar sind.
  • Höhe: Die Höhe des Wickeltisches ist wichtiger als man denkt. Wenn der Tisch zu tief steht, kann es sonst schnell zu Rückenschmerzen kommen. Falls du und dein Partner unterschiedlich groß seid, könntet ihr über einen höhenverstellbaren Wickeltisch nachdenken.
  • Fläche: Es ist immer gut, wenn ihr beim Wickeln genügend Platz zur Verfügung habt. So könnt ihr bequem arbeiten und habt noch genug Fläche, um die notwendigen Utensilien aufzustellen. Bei manchen Tischen gibt es abgetrennte Flächen, die speziell für Windeln etc. gedacht sind. Behalte hierbei außerdem im Kopf, dass euer Kleines noch wachsen wird.
  • Sicherung: Ein besonders wichtiges Kriterium für eure Wickelkommode ist die Höhe des Fallschutzes. Dieser sorgt dafür, dass euer Baby beim Wickeln nicht aus Versehen stürzt. Zwar solltet ihr euer Kind währenddessen nicht aus den Augen lassen – doch ein extra Schutz ist sicher nicht verkehrt. Der Fallschutz sollte so hoch sein, dass euer Kleines nicht einfach darüber rollen kann.
  • Standort: Bevor ihr eine Wickelkommode kauft, solltet ihr euch entscheiden, welchen Standort sie bekommen soll. Möchtet ihr zum Beispiel im Schlafzimmer oder im Babyzimmer wickeln? Sobald ihr euch entschieden habt, könnt ihr die Maße nehmen. Der Vorteil bei einem festen Standort: Ihr könnt alle Utensilien direkt am Tisch aufbewahren und müsst nicht alles hin- und hertragen.
  • Preis: Beim Zusammenstellen der perfekten Wickelkommode darf der Preis natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Um Geld zu sparen, könnt ihr euch jedoch auf dem Gebrauchtmarkt umsehen: Hier werden häufig Wickelsysteme in gutem bis sehr gutem Zustand zu einem günstigeren Preis abgegeben. Oder ihr fragt bei euren Freunden nach: Vielleicht hat noch jemand eine Kommode abzugeben?

Sturz vom Wickeltisch: Wie du ihn vermeiden kannst

Vom Wickeltisch zu fallen ist die häufigste Ursache für Baby-Unfälle. Es ist daher besonders wichtig, dass du beim Wickeln vorsichtig bist, um einen solchen Sturz zu vermeiden. Eine gute Methode ist es, beim Wickeln immer eine Hand am Baby zu behalten. Mit der anderen Hand kannst du dann den Rest erledigen: alte Windel wegwerfen, frische Windel herausnehmen etc. Verlasse zudem niemals den Raum, wenn du das Baby wickelst und unterschätze nicht die Schnelligkeit seiner Entwicklung. Es kann sein, dass dein Kleines sich schon drehen kann, ohne dass du davon weißt.

Ein ausreichend hoher Fallschutz an der Wickelkommode unterstützt darüber hinaus. Selbst wenn Babys viel strampeln, kommt es durch eine solche Sicherung seltener zu Unfällen.

Was muss alles in die Wickeltasche?

Unterwegs zu wickeln kann sich als recht schwierig herausstellen, wenn man nicht das nötige Equipment dabeihat. Du solltest auf jeden Fall darauf achten, eine ausreichend große Tasche mitzunehmen, damit auch wirklich alles Platz hat. Packe neben Windeln und Feuchttüchern außerdem ein Wechseloutfit für euer Kleines ein. Schließlich kann es immer sein, dass mal ein Unfall passiert und eine frische Windel nicht ausreicht.

Damit du selbst auch versorgt bist, kannst du die Wickeltasche darüber hinaus für deine Stilleinlagen bzw. das Milchpulver nutzen. Zu guter Letzt sollten Snacks und Getränke nicht fehlen.

Geschrieben von

Jasmin
Jasmin
Hebamme

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