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Schmerz unter der Geburt – Tipps zum Umgang

Geburtsschmerzen sind für die meisten Schwangeren früher oder später ein Thema. Bei vielen Frauen schleicht sich ab dem dritten Trimester die Angst ein. Doch mit solchen Ängsten bist du nicht allein. Für manche Frauen sind diese sogar so stark, dass sie gar nicht erst schwanger werden möchten. Dabei sind Mütter sehr viel stärker als sie sich selbst zutrauen. Was die Geburtsschmerzen sind, wofür sie gut sind und was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Wir möchten dir außerdem mitgeben, dass du vor der Geburt überhaupt keine Angst haben musst. Sie ist das natürlichste der Welt und wird von deinem eigenen Körper gesteuert. Vertraue daher auf dich selbst und auf deinen Körper. Es kann außerdem hilfreich sein, früh genug ins Gespräch zu gehen – sei es mit deiner Hebamme, deinem Arzt oder einem Therapeuten. Das kann dir dabei helfen, dein Mindset positiv auszurichten.

In unserem Momallie Komplettpaket findest du hilfreiche Tipps rund um Schwangerschaft, Geburt und die Phasen danach. Wir begleiten dich auf der gesamten Reise – und möchten dir damit deine Ängste nehmen.

Wehen – Geburtsschmerzen und ihre Funktion

Schmerz unter der natürlichen Geburt ist nicht dazu da, um Frauen zu quälen. Dahinter steht ein komplexer und für die Geburt deines Kindes sehr wichtiger Mechanismus. Denn die Schmerzen setzen deinen Körper in Alarmbereitschaft: Du spürst genau, was gerade passiert und kannst dadurch schneller reagieren. Dies ist vor allem wichtig, damit du für dich die besten Haltungen einnehmen kannst und deinem Körper immer nur so viel zumutest, wie du gerade schaffst. Es kommt dadurch zu weniger Verletzungen – sowohl bei dir als auch bei deinem Kind.

Gut zu wissen: Während der Wehen zieht sich deine Gebärmutter zusammen, wodurch der Muttermund geöffnet wird. Die Kontraktionen bestehen also aus einem rhythmischen Zusammenziehen deiner Gebärmutter Muskulatur. Insgesamt öffnet sich der Muttermund bis zu einem Durchmesser von 10 cm. Dein Körper bereitet sich so auf die Geburt deines Babys vor.

Obwohl die meisten Frauen die Geburtswehen als starke Schmerzen beschreiben, unterscheidet sich die Intensität, mit der die Wehen wahrgenommen werden. Die Art des Schmerzes ist für Frauen aber häufig ähnlich. In der Eröffnungsperiode werden die Wehen oft als ziehend oder dumpf beschrieben. Während der Austreibungsperiode verlagert sich der Schmerz meistens auf den Geburtskanal und fühlt sich für viele Frauen stechend an. Auch eventuelle Dammverletzungen können hierbei auftreten. Dies muss jedoch nicht der Fall sein. Die Austreibungsperiode ist an sich zwar schmerzhafter als die Eröffnungsperiode, wird aber häufig als erleichternd empfunden, da man die Geburt durch das Pressen aktiv vorantreiben kann.

Angst vor der Geburt des ersten Kindes

Werdende Mütter entwickeln vor allem vor der ersten Geburt starke Ängste. Die Schwangere hat dabei Furcht vor Schmerzen und stellt sich die Geburt schon im Vorfeld als traumatisches Ereignis vor. Vielen Frauen stellt sich dabei die Frage, ob sie die starken Geburtsschmerzen überhaupt aushalten können. Gerade im letzten Drittel der Schwangerschaft häufen sich diese Sorgen noch.

Zurückzuführen sind solche Ängste auf negative Assoziationen mit dem Thema Schwangerschaft und Entbindung. Denn viele Mütter berichten, dass sie die Schmerzen als weniger intensiv wahrnehmen, wenn sie bestimmte Entspannungstechniken nutzen, um ihrer Angst entgegenzuwirken. Es ist daher hilfreich, in der Schwangerschaft positive Wege zu finden, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Hier kann zum Beispiel ein Geburtsvorbereitungskurs eine wichtige Unterstützung bieten.

Natürliche Schmerzbewältigung unter der Geburt

Um die Geburtsschmerzen zu lindern, stehen dir verschiedene natürliche Methoden zur Verfügung. Besprich mit deiner Hebamme ruhig im Vorfeld deine Optionen – gemeinsam könnt ihr bestimmt zu einer guten Lösung finden. Außerdem steht sie dir während der Entbindung mit ihrer Erfahrung zur Seite.

Du hast noch keine Begleiterin für die Geburt? Wir zeigen dir, wie du eine Hebamme finden kannst.

Übrigens hat dein Körper bereits einen eigenen Mechanismus zur Schmerzlinderung eingebaut. Während der Entbindung wird eine große Menge an Endorphinen ausgeschüttet – diese sorgen dafür, dass die Schmerzen leichter erträglich sind. Gehst du von Anfang an mit einem gewissen Gefühl der Entspannung in die Geburt, dann ist die Freisetzung an Endorphinen sogar noch höher. Um dich körperlich und seelisch zu entspannen, kannst du während der Entbindung die folgenden Methoden einsetzen:

  • Aromatherapie: Den Duftölen werden unterschiedliche positive Eigenschaften zugesprochen. Unter anderem sorgen sie für mehr Entspannung. Lavendelöl soll sogar die Schmerzen etwas lindern.
  • Beruhigung: Die Psyche nimmt einen hohen Einfluss auf das Schmerzempfinden. Gerade die Emotionalität in der Schwangerschaft ist bei vielen Frauen erhöht. Beruhigende Worte oder Streicheln können dich beruhigen. Die Anwesenheit eines Partners oder Familienmitgliedes ist daher für Frauen meistens sehr hilfreich.
  • Geburtsposition: Höre während der Geburt auf deinen Körper. Ein Wechsel der Position kann für Erleichterung sorgen. Bei einer aufrechten Haltung zum Beispiel unterstützt dich die Schwerkraft beim Pressen.
  • Wassergeburt: Eine Entbindung in warmem Wasser wird häufig als weniger schmerzvoll empfunden als eine reguläre Geburt. Auch ein warmes Bad zwischendurch kann bereits den ganzen Körper entspannen und den Schmerz lindern.
  • Atmung: Mit der richtigen Atemtechnik unterstützt du deinen Körper während der Wehen. Außerdem hilft es, deine Konzentration darauf lenken zu können.
  • Akupunktur: Die Akupunktur stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei werden Nadeln an bestimmten Punkten der Haut platziert. Diese Technik kann bereits in der Schwangerschaft angewandt werden, um die späteren Geburtsschmerzen zu verringern. Die Akupunktur sollte jedoch nicht von Laien durchgeführt werden.
  • Massage: Sanfte Massagen – zum Beispiel durch den Partner – können entspannend und ablenkend wirken. In unserem Ratgeber erfährst du, wie du als Mann in der Schwangerschaft noch mehr unterstützen kannst.
  • Homöopathische Mittel: Pflanzliche Wirkstoffe zur Schmerzlinderung kommen vor allem bei der Hausgeburt oder im Geburtshaus zur Anwendung. Du kannst das Thema jedoch auch in der Klinik ansprechen – häufig lässt sich eine individuelle Lösung finden.
  • Geburtsvorbereitungskurs: Vielen Frauen hilft es, wenn sie schon vor der Entbindung wissen, was auf sie zukommt und was in ihrem Körper passiert. Außerdem lernst du dort wertvolle Atemtechniken und Geburtspositionen kennen.
  • Hypnose: Manche Mütter schwören auf Hypnose zur Linderung der Geburtsschmerzen. Ob diese Methode für dich funktioniert, solltest du selbst ausprobieren. Sie kann ähnlich wirken wie die Atemtechniken, sodass du von den Schmerzen etwas abgelenkt wirst. Frage doch mal deine Hebamme: Vielleicht hat sie Erfahrung mit der Hypnose unter Geburt.
  • Ernährung: Bestimmte Lebensmittel sollen die Geburt erleichtern. Bei Datteln zum Beispiel wurde in zwei Studien deren geburtserleichternde Wirkung gezeigt. Beginne einfach einige Wochen vor der Geburt damit, 6 Datteln pro Tag zu essen.

PDA – Medizinische Möglichkeiten zur Schmerzlinderung

Bei der Periduralanästhesie – kurz: PDA – wird der Gebärenden ein Schmerzmittel verabreicht, das den Wehenschmerz lindern soll. Der Zugang wird über die Wirbelsäule gelegt. Die Möglichkeit, durch die Medizin eine nahezu schmerzfreie Geburt zu erleben, ist für viele Schwangere reizvoll. Doch die schmerzlindernden Medikamente können auch Nebenwirkungen haben. Hierzu gehören unter anderem Kopfschmerzen, Probleme beim Wasserlassen oder Muskelzittern. In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Folgen wie Atemstillstand oder toxischen Reaktionen kommen, weshalb für die PDA das ausdrückliche Einverständnis der werdenden Mutter vorliegen muss.

Ob du deine Geburt durch Medikamente erleichtern möchtest, ist grundsätzlich dir überlassen. Teilweise raten dir die Ärzte und Hebammen auch zu einer PDA – zum Beispiel, wenn du sehr erschöpft scheinst oder die Geburt nur langsam vorangeht. Wenn du während der Geburt die PDA oder andere Schmerzmittel erhalten möchtest, dann sprich vorher deine Geburtsklinik darauf an. Die Ärzte und Hebammen dort können dir mehr zum Thema erzählen.

Die Schmerzen vergessen: Hormonelle Umstellung nach der Geburt

Der Schmerz war nach der Geburt wie vergessen – hast du davon auch schon einmal gehört? Sobald das Kind in den Armen liegt, wandern die Gedanken meist weg von den Geburtsschmerzen. Dies hängt auch mit den Hormonen zusammen, denn mit dem Geben der ersten Muttermilch und dem ersten Anlegen wird bereits eine Menge Oxytocin produziert. Dieses Kuschelhormon lässt vieles um dich herum ganz unwichtig wirken: Deine Aufmerksamkeit richtet sich auf dein Baby. Natürlich werden die Geburtsschmerzen durch den Anblick des Kindes nicht aus deiner Erinnerung gelöscht. Doch schon kurz nach der Entbindung empfinden viele Frauen sie bereits als nicht mehr so schlimm.

Schmerz gehört zum Leben dazu. Dennoch wird er gerade in westlichen Ländern häufig als etwas Unerwünschtes betrachtet. Bei der Geburt ihres Babys greifen Frauen daher gerne zu Medikamenten oder wünschen sich einen Kaiserschnitt. Da ein Wunschkaiserschnitt in der Regel nicht möglich ist, kommt häufig die PDA zum Einsatz. Wie die meisten medizinischen Eingriffe hat diese jedoch Nebenwirkungen – sowohl für die Mutter als auch für das Baby. Wir möchten dir daher ans Herz legen, es zunächst mit anderen Mitteln zu versuchen. Naturheilmittel oder die traditionelle chinesische Medizin bieten verschiedene Möglichkeiten, um die Geburtsschmerzen zu verringern.

Geschrieben von

Julia
Julia
Hebamme

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