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Sodbrennen in der Schwangerschaft – Ursachen und erste Hilfe

Sodbrennen in der Schwangerschaft – Ursachen und erste Hilfe

Julia
Hebammenwissen von: Julia
Lesedauer: 7 min.

Fühlst du dich nach dem Essen oft sehr satt, hast ein Völlegefühl? Musst du Luft ausstoßen und manchmal spürst du sogar Magensäure im Mund? Dann kann es sich um Sodbrennen handeln. Dieses Phänomen gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Fast jede zweite werdende Mama leidet darunter. Die gute Nachricht: Es ist meist harmlos. Die schlechte Nachricht: Sodbrennen ist leider lästig. Doch es gibt einige Hausmittel, die sich bewährt haben und sicherlich auch dir Linderung verschaffen können. Daher habe ich für dich in diesem Beitrag viele Informationen zu dem Thema zusammengestellt. Du erfährst hier alles über die Ursachen, Symptome, Vorbeugungsmaßnahmen und Erste Hilfe-Tipps.

Fühlst du dich nach dem Essen oft sehr satt, hast ein Völlegefühl? Musst du Luft ausstoßen und manchmal spürst du sogar Magensäure im Mund? Dann kann es sich um Sodbrennen handeln. Dieses Phänomen gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft. Fast jede zweite werdende Mama leidet darunter. Die gute Nachricht: Es ist meist harmlos. Die schlechte Nachricht: Sodbrennen ist leider lästig. Doch es gibt einige Hausmittel, die sich bewährt haben und sicherlich auch dir Linderung verschaffen können. Daher habe ich für dich in diesem Beitrag viele Informationen zu dem Thema zusammengestellt. Du erfährst hier alles über die Ursachen, Symptome, Vorbeugungsmaßnahmen und Erste Hilfe-Tipps.

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Warum habe ich Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Normalerweise sorgt ein Schließmuskel dafür, dass unser Mageninhalt nicht zurück in die Speiseröhre fließt. Bei Sodbrennen jedoch ist diese Muskelfunktion gestört. Die säurehaltige Magenflüssigkeit gelangt in die Speiseröhre und steigt dort auf. Dieser Rückfluss wird auch Reflux genannt. In der Schwangerschaft gibt es mehrere Gründe für diese Beschwerden. Schon ab Schwangerschaftsbeginn steigt der Wert des Hormons Progesteron. Es sorgt für eine gelockerte Muskulatur und verhindert so unerwünschte Kontraktionen in der Gebärmutter. Progesteron lockert jedoch auch die Muskulatur an anderen Stellen – zum Beispiel in der Magenregion. Daher funktioniert der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig und die Magensäure kann zurückfließen. Ein weiterer Grund vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft ist das wachsende Baby. In seiner größer werdenden und wachsenden Gebärmutter drückt es gegen Magen und Darm und fördert so das Sodbrennen. Daher kann Sodbrennen während der gesamten Schwangerschaft auftreten. Besonders häufig ist es jedoch im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Das sind die Symptome

Sodbrennen tritt bei werdenden Müttern meist nach dem Essen auf. Die Symptome werden oft mit zunehmender Schwangerschaftswoche, im Liegen oder auch bei Belastung stärker. Besonders häufig treten diese Beschwerden auf:

  • Völlegefühl nach dem Essen
  • saures Aufstoßen und Schluckbeschwerden
  • Reflux: Mageninhalt fließt zurück bis in den Mund
  • Saurer Geschmack im Mund und stumpfe Zähne
  • Halsschmerzen, Kratzen und unangenehmes Brennen, weil die Magensäure die Schleimhaut reizt
  • Husten, Heiserkeit oder auch eine belegte Stimme
  • Erbrechen und Übelkeit
  • Schlafprobleme, da im Liegen die Magensäure noch leichter aufsteigen kann.

Was hilft bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Sodbrennen begleitet einige Schwangere nur für kurze Zeit, andere nahezu während ihrer gesamten Schwangerschaft. Glücklicherweise gibt es einige Hausmittel und Tipps, die sich bewährt haben, um die Beschwerden zu lindern. Bei jeder Frau wirken andere Maßnahmen gut, da gibt es kein Patentrezept für die Behandlung. Probiere aus und finde heraus, was für dich am besten geeignet ist! Zuerst empfehle ich dir weite Kleidung. Sie sorgt dafür, dass nichts den Bauch eindrückt. Greife lieber zu einer Hose mit breitem Gummibund statt zu einem Gürtel. Viel frische Luft, Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten können die Beschwerden ebenfalls reduzieren. Versuche zudem, beim Schlafen auf der linken Seite zu liegen. Denn so werden deine Organe weniger eingeengt. Vielen Frauen hilft es auch, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Dabei kann die Magensäure nicht so leicht aufsteigen. Lege dir zu Beginn einfach ein zweites Kissen unter den Kopf. Außerdem sollten zwischen letzter Mahlzeit und Zubettgehen idealerweise mindestens zwei Stunden vergehen, um dem Magen ausreichend Zeit zur Verarbeitung des Essens zu geben. Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, um Sodbrennen in der Schwangerschaft zu bekämpfen.

Ernährungstipps: Mit diesem Essverhalten kannst du die Beschwerden lindern

Einige Lebensmittel und Verhaltensmaßnahmen eignen sich besonders gut, um Sodbrennen in der Schwangerschaft vorzubeugen. Denn sie schonen den Magen und verhindern, dass sich übermäßig viel Magensäure bildet. Diese weiteren Tipps können dir helfen:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten: Kleine Portionen fordern den Magen weniger stark. Genieße daher am besten mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Lass dir ruhig Zeit beim Essen und kaue sorgfältig. Damit nimmst du deinem Magen Arbeit ab und entlastest ihn.
  • Getränke: Greif lieber zu stillen statt zu kohlensäurehaltigen Getränken. Denn die Kohlensäure kann ebenfalls Sodbrennen verursachen. Spürst du Sodbrennen, versuche ein Glas stilles Wasser in kleinen Schlucken zu trinken.
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  • Ungünstige Lebensmittel: Vermeide Lebensmittel, die die Magensäurebildung fördern (zum Beispiel Kaffee, schwarzer Tee, stark gewürztes Essen, Schokolade, Zucker), die viel Säure enthalten (zum Beispiel Zitrusfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke oder Essig), die sehr fettreich sind (zum Beispiel Backwaren wie Berliner, Pommes, Chips, Mayonnaise, fettreiche Wurst- oder Fleischsorten) oder die sehr schwer verdaulich sind (zum Beispiel Zwiebeln, Grünkohl, Hülsenfrüchte)
  • Säurebindende Lebensmittel: Du kannst ein Stück Weißbrot oder ein bis zwei Esslöffel Haferflocken essen. Denn diese Lebensmittel binden die Magensäure.
  • Nüsse: Versuche einmal geschälte Mandeln oder Haselnüsse. Kaue sie ganz langsam und fein, bevor du sie herunterschluckst.
  • Banane: Dieses Obst schmeckt nicht nur lecker. Bananen fördern auch die Bildung von schützender Magenschleimhaut.
  • Kartoffel: Wenn du eine gekochte Kartoffel langsam kaust, kann sie dabei unterstützen, die Magensäure zu neutralisieren.
  • Milchprodukte: Milch legt sich wie eine Schutzschicht über die Speiseröhre. Du kannst nach dem Essen ein Glas Milch trinken oder etwas Joghurt essen.
  • Ingwer: Die Knolle hilft nicht nur bei Sodbrennen, sondern auch bei Schwangerschaftsübelkeit und bei Infekten. Sie gilt allerdings als leicht wehenfördernd. Daher am besten zu Beginn der Schwangerschaft nehmen oder Hebamme beziehungsweise Arzt fragen.

Welche Medikamente kann ich bei Sodbrennen in der Schwangerschaft nehmen?

Empfehlenswert für Schwangere sind Schüßler-Salze. Sie basieren auf Salz und sind daher unbedenklich. Bei Sodbrennen kannst du mehrmals täglich zu Nr. 8 Natrium Chloratum oder Nr. 9 Natrium Phosphoricum greifen. Einigen schwangeren Frauen hilft auch Heilerde. Dieses Hausmittel bindet überschüssige Säure. Sprich vor der Einnahme mit deinem Arzt oder deiner Hebamme, ob sie es für dich als geeignet erachten. Ist das Sodbrennen besonders heftig, kann dir auch ein Medikament verschrieben werden. Meist sind es dann Präparate auf Mineralienbasis wie Magnesium oder Kalzium, die die Magensäure einschließen. Bei rezeptfreien Medikamenten, die du in der Apotheke erhältst, solltest du als Schwangere zuvor ebenfalls ärztlichen Rat einholen.

Mein Tipp: Wenn du dich über Medikamente in der Schwangerschaft informieren möchtest, schau bei Embryotox.de vorbei. Hier haben die Experten der Berliner Charité Erfahrungswerte und Empfehlungen zusammengetragen und bieten Schwangeren so eine Orientierungshilfe, da viele Medikamente aus ethischen Gründen nicht an werdenden Müttern getestet werden konnten. Ihre Analyse zum Wirkstoff Hydrotalcit gegen Sodbrennen findest du hier.

FAZIT

Fazit: Geduld und Hausmittel helfen bei Sodbrennen

Sodbrennen in der Schwangerschaft wird durch die körperlichen Veränderungen ausgelöst. Mit einer bewussten Ernährung und achtsamem Verhalten können viele Schwangere, die ich betreue, ihre Beschwerden lindern. Das geht nicht von heute auf morgen, meist braucht es etwas Zeit. Bis dahin gönn dir Ruhe und lass dich unterstützen. Vielen Schwangeren hilft auch der Gedanke an ihr Kind, um das Sodbrennen erträglicher werden zu lassen. Bei starken Symptomen solltest du jedoch unbedingt deinen Arzt kontaktieren. Ganz verschwinden die Begleiterscheinungen oft nicht. Endgültig Schluss mit Sodbrennen ist meist erst bei der Geburt. Denn wenn dein Baby da ist, verändert sich der Hormonhaushalt und die Gebärmutter bildet sich zurück. Automatisch haben alle Organe wieder mehr Platz. Für viele Mütter ist das ein besonders schöner Moment. Dann halten sie endlich ihr Baby im Arm und können gleichzeitig mit vielen Schwangerschaftsbeschwerden abschließen.

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