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Getränke in der Schwangerschaft – von Ananas- bis Zitronensaft

Getränke leisten einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung für dich und dein Baby. Denn sie versorgen dich mit viel wertvoller Flüssigkeit und guten Nährstoffen. Gerade jetzt brauchst du mehr davon als sonst. Allerdings gibt es in der Schwangerschaft einige Besonderheiten. So sind mache Produkte weniger gut für dich geeignet, von anderen wird sogar kategorisch abgeraten. Die Unterscheidung ist nicht immer einfach. Daher habe ich für dich in diesem Beitrag alle wichtigen Informationen zu Getränken in der Schwangerschaft zusammengefasst. Hier erfährst du, wieviel du als Schwangere idealerweise trinken solltest und bei welchen Produkten du bedenkenlos zugreifen kannst.

Welche Getränke sind in der Schwangerschaft erlaubt und welche sollte ich meiden?

Ideal für Schwangere sind Wasser, viele ungezuckerte Teesorten oder auch eine Saftschorle. Vor allem Wasser ist gesund, da es keine Kalorien enthält. Deine Tasse Kaffee darfst du auch jetzt weitertrinken. Denn bei Koffein kommt es auf die Dosis an. Diese Substanz gelangt über die Plazenta zu deinem Kind. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft für werdende Mütter über den Tag verteilt maximal 200 Milligramm Koffein als unbedenklich ein. Diesen Wert erreichst du zum Beispiel mit zwei Tassen Filterkaffee oder fünf Dosen Cola.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich schwanger bin?

Alkohol ist absolut tabu in der Schwangerschaft. Denn als wasserlösliches Zellgift kann Alkohol die Zellen im Körper durchdringen und so über die Plazenta direkt in den Kreislauf des Ungeborenen übergehen. Schon bei geringen Mengen besteht laut den Experten der Berliner Charité der Verdacht, dass sie Wachstumsstörungen oder Fehlgeburten verursachen können. Es gibt viele leckere Alternativen, die für dich geeignet sind. Schaue beim Einkauf genau auf das Etikett. Denn “alkoholfrei” bedeutet, dass alkoholfreier Sekt oder Wein noch immer bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten kann. Mittlerweile gibt es aber viele Sorten mit deutlich weniger Alkohol oder sogar auch Varianten mit 0,0 Prozent Alkohol. Diese komplett alkoholfreien Produkte sind zu bevorzugen. Sie können auch gemeinsam mit Säften auch die Basis für leckere alkoholfreie Cocktails bilden.

Meine Liste für dich mit ausgewählten Getränken in der Schwangerschaft

Im Folgenden stelle ich dir die Getränke vor, nach denen mich die werdenden Mütter, die ich betreuen darf, am häufigsten fragen.

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  • Ananassaft: Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass diese Frucht vorzeitige Wehen auslöst. Das stimmt nicht, wie du in meinem extra Beitrag zu Ananas nachlesen kannst. Vielmehr kann das in Ananas enthaltene Enzym Bromelain zu einer tauben Zunge oder brennenden Mundwinkeln führen – und eventuell auch Einfluss auf die Blutgerinnung haben. Zuviel Ananas solltest du daher – egal ob schwanger oder nicht – besser nicht essen. Das gleiche gilt für Ananassaft in der Schwangerschaft. Ab und an kannst du den Saft aber gerne trinken und dabei von den vielen Vital- und Mineralstoffen dieser exotischen Frucht wie Jod, Eisen, Zink, Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E und Vitamin B6 profitieren.
  • Bier (alkoholfrei): Alkoholfreie Getränke sind für Schwangere bestens geeignet. Doch wie sieht es bei alkoholfreiem Bier aus? Das darfst du bedenkenlos genießen, wenn es sich um die 0,0%-Alkohol-Variante handelt. Erkennen kannst du das auf dem Etikett. Übrigens: In Deutschland darf sich Bier “alkoholfrei” nennen und trotzdem bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Heißt es dagegen “ohne Alkohol”, kannst du sicher sein, dass der Alkoholgehalt bei 0,0 Prozent liegt.
  • Cola: Wer unter Kreislaufschwierigkeiten leidet, greift gerne zu Cola. Denn die Mischung aus Koffein und Zucker pusht unseren Körper. Zu viel davon solltest du nicht trinken. Aber ab und an kannst du dir auch ein Glas Cola gönnen. Für die kalorienarme Variante ist die Zero-Version ohne Zucker die bessere Wahl.
  • Energy Drinks: Energy Drinks enthalten neben viel Koffein und ordentlich Zucker meist auch Stoffe wie Glucuronolacton, Taurin oder Inosit. Hier sind die Wirkungen noch nicht klar, daher raten Experten schwangeren Frauen davon ab. Wenn Energy Drinks mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter beinhalten, müssen sie als nicht geeigent für Kinder, Schwangere und in der Stillzeit gekennzeichnet sein.
  • Ginger Ale: Diese Bitterlimonade enthält neben viel Zucker auch Ingwer. Die Knolle ist im ersten Trimester zu empfehlen, da sie gegen Übelkeit helfen kann. Im letzten Trimester solltest du allerdings darauf verzichten, weil Ingwer aufgrund seiner durchblutungssteigernden Wirkung auch wehenfördernd sein kann. Bei einer Risikoschwangerschaft lass Ginger Ale am besten ganz im Supermarktregal stehen.
  • Hibiskustee: Grundsätzlich ist Hibiskustee gesund. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften trinken viele Frauen ihn gerne bei Blasenentzündungen. In der Schwangerschaft kommt es auf die Menge an. Denn Hibiskustee fördert die Durchblutung der Gebärmutter und kann zu Kontraktionen oder Wehen führen. Ab und an mal eine Tasse ist in einer normalen Schwangerschaft unbedenklich. Möchtest du ganz auf der sicheren Seite sein, kannst du zu anderen leckeren Teeseorten greifen.
  • Kaffee: Du brauchst den Wachmacher? Keine Sorge, auch in der Schwangerschaft kannst du Kaffee genießen. Die Zeit der großen Mengen ist jetzt jedoch erstmal vorbei. Denn an koffeinhaltigen Getränken solltest du pro Tag nur so viel zu dir nehmen, bis du 200 Milligramm Koffein erreicht hast. Das sind beispielsweise zwei Tassen Kaffee oder zweieinhalb Espressi.
  • Malzbier: Hier ist nicht das alkoholhaltige Malzbier gemeint, sondern der Malztrunk, den auch viele Kinder gerne trinken. Greife hier am besten zu den Produkten mit 0,0 Prozent Alkohol. Beliebt ist das Erfrischungsgetränk, weil es auch viel Energie liefert und Mineralien, Eiweiße und sogar Folsäure enthält. Doch leider stecken auch viel Zucker und viele Kalorien in der Flasche.
  • Matcha: Dieses Teepulver ist die Basis für grünen Tee. Es besteht aus gemahlenen grünen Teeblättern und weist viele gesundheitsfördernde Antioxidantien und Vitamine auf. Allerdings enthält Matcha auch viel Koffein. Bis zu zwei Tassen Matcha-Tee pro Tag kannst du aber bedenkenlos trinken.
  • Mineralwasser: Ein Glas Wasser ist für Mutter und Baby am besten. Bei Mineralwasser greife zu den Produkten mit einem hohen Gehalt an Eisen, Kalzium und Magnesium. Denn so kannst du einen Teil deines gestiegenen Bedarfs an diesen Nährstoffen ganz einfach auch über deine Trinkmenge decken. Neigst du zu Bluthochdruck, sollte das Wasser möglichst natriumarm sein.
  • Orangensaft: Orangen sind sehr gesund und liefern dir vor allem in den Wintermonaten viel wichtiges Vitamin C. Bei Orangensaft empfehle ich dir, etwas zurückhaltender zu sein. Denn frischer Saft enthält viel Säure und die industriell hergestellt Variante viel Zucker. Erfahre hier mehr zu Orangen in der Schwangerschaft.
  • Rotwein: Da Alkohol für das ungeborene Baby gefährlich ist, muss das Gläschen Rotwein in der Schwangerschaft ausfallen. Versuche doch alkoholfreien Wein mit 0,0 Prozent Alkohol als Alternative. Oft wird Rotwein beim Kochen verwendet. Hier kann stattdessen Traubensaft mit einem Schuss Balsamico Essig zum Einsatz kommen.
  • Tee: Grundsätzlich ist zuckerfreier Tee als Getränk in der Schwangerschaft sehr zu empfehlen. Bei einigen Sorten solltest du jedoch genauer hinschauen. Unbedenklich für dich und dein Kind sind beispielsweise die vielen verschiedenen Früchtetee-Sorten, Kamillentee, Lindenblütentee, Melissentee oder auch Rooibos-Tee. Matcha, grünen oder schwarzen Tee solltest du wegen des hohen Koffeingehaltes nur in Maßen trinken. Himbeerblättertee wird wegen der wehenfördernden Wirkung ab der 35. SSW empfohlen – sprich hier zunächst mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt. Salbeitee kann in größerer Menge vorzeitige Wehen auslösen und Pfefferminztee kann zu Gebärmutter-Kontraktionen führen.
  • Tomatensaft: Tomaten gelten als eines der gesündesten Lebensmittel für Schwangere und daher kannst du auch Tomatensaft gerne trinken. Der Gemüsesaft versorgt dich mit vielen Vitaminen und Mineralien. Ein weiterer Vorteil für dich ist seine sanft enwässernde Wirkung. Denn viele werdende Mütter leiden unter Wasseransammlungen und das in Tomatensaft enthaltene Kalium hilft dabei, den Flüssigkeitshaushalt in deinem Körper zu steuern.
  • Tonic Water: Genau wie Bitter Lemon gehört auch Tonic Water zu den chininhaltigen Getränken. Das bitter  schmeckende Pulver aus der Rinde des Chinarindenbaums kommt jedoch nicht nur in Erfrischungsgetränken zum Einsatz, sondern ist auch als Medikament zum Beispiel als Muskelrelaxans, bei Wadenkrämpfen, Malaria oder  Fieberanfällen bekannt. Schwangeren wird von chininhaltigen Getränken abgeraten, da der Stoff auf da Kind übergehen kann und auch eine wehenfördernde Wirkung haben soll.
  • Zitronensaft: Kalt ist er eine besonders erfrischende Saft-Variante im Sommer und warm ein vitaminreicher Hochgenuss im Winter. Zitronen enthalten besonders viel Vitamin C. Allerdings sind sie so bitter, dass du den Saft am besten mit Wasser verdünnt trinkst. Übrigens: Zitronen können auch bei Schwangerschaftsübelkeit und Sodbrennen helfen – noch ein Grund mehr, den Saft zu trinken.

Wie viele Liter sollte ich trinken, wenn ich schwanger bin?

Für deine optimale Ernährung brauchst du in der Schwangerschaft mehr zu trinken als sonst. Das liegt zum einen daran, dass sich deine Blutmenge vergrößert hat. Ein bis zwei Liter Blut mehr als sonst fließen durch deine Adern, um so die Plazenta und auch den Kreislauf deines Kindes zu versorgen. Dein Baby braucht Wasser, damit darüber Nährstoffe und Stoffwechselprodukte transportiert werden können. Zum anderen schwitzen Schwangere leichter und diesen Flüssigkeitsverlust kannst du am besten mit einem Extraglas Wasser ausgleichen. Mindestens anderthalb, besser noch zwei Liter Flüssigkeit solltest du pro Tag trinken. An warmen Tagen darf es noch mehr sein. Ich empfehle dir, die Getränke portionsweise gleichmäßig über den Tag verteilt zu dir zu nehmen. So versorgst du deinen Körper fortlaufend mit Wasser und wichtigen Nährstoffen.

Extra-Tipps für gesunde Getränke

Flüssigkeit ist jetzt besonders wichtig für deine richtige Ernährung. Damit jedes Glas auch gesund ist, empfehle ich dir, auf diese Punkte zu achten:

  • Zuckergehalt: Zucker enthält viele Kalorien und kann Schwangerschaftsdiabetes begünstigen. Du kannst den Zuckergehalt ganz einfach senken, indem du Saft mit Wasser im Verhältnis 2:1 oder 3:1 verdünnst.
  • Frische: Ein Smoothie oder frischgepresster Saft sind besonders im Sommer köstlich. Diese Getränke solltest du am besten selbst zubereiten und rasch verzehren. Vermeide offene Gefäße wie Karaffen bei Buffets oder Saftpressen auf Märkten. Dort können sich Keime befinden.
  • Abwechslungsreich: Wasser ist am gesündesten. Doch gönn dir auch ruhig zwischendurch ganz bewusst ein Produkt mit süßem, saftigem oder bitterem Geschmack. So machst du dein Baby schon frühzeitig mit unterschiedlichen Nuancen vertraut.

Fazit: Was sollte ich bei Getränken in der Schwangerschaft beachten?

Ob Wasser, Saft oder Tee: Für dich als werdende Mama spielen Getränke jetzt eine besonders große Rolle bei deiner Ernährung. Denn du brauchst nun mehr Flüssigkeit. Dafür eignen sich glücklicherweise viele verschiedene Produkte, sodass für Abwechslung auf deiner persönlichen Getränkekarte gesorgt ist. Nur bei Alkohol, einigen Teesorten und industriell hergestellten Produkten solltest du zurückhaltend oder vorsichtig sein. Ansonsten gilt: Lass es dir schmecken und PROST!

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Geschrieben von

Jasmin
Jasmin
Hebamme

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