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Hormonumstellung nach der Geburt – das passiert mit deinem Körper

Hormonumstellung nach der Geburt – das passiert mit deinem Körper

Julia
Hebammenwissen von: Julia
Lesedauer: 3 min.

Die Hormonumstellung – oder auch endokrine Umstellung – beginnt bereits direkt nach der Schwangerschaft. Sie sorgt dafür, dass der Körper seine Schwangerschaftshormone wieder herunterfährt und andere dafür wieder hochfährt. Wir möchten dir hier einen kurzen Überblick über die verschiedenen Hormone geben und dir erklären, welche Symptome auf dich zukommen können.

Viele weitere Tipps und Tricks erhältst du bei der Teilnahme an einem unserer Momallie Kurse. Dort findest du begleitende Unterstützung für alle Phasen, unter anderem das Wochenbett.

Hormone im Wochenbett: alles hängt miteinander zusammen

Wenn sich nach der Schwangerschaft deine Hormone anpassen, dann geschieht das nicht isoliert voneinander. Die Prozesse sind eng miteinander verwoben und beginnen bereits mit der Nachgeburt, also mit dem Ablösen der Plazenta. Hierbei werden bereits eine ganze Reihe an Schwangerschaftshormonen heruntergefahren. Östrogen, Progesteron, hPL (humanes Plazentalaktogen) und hCG (humanes Choriongonadotropin) sinken also sofort stark ab.

Dieser Prozess setzt zum einen die Rückbildung in Gang, zum anderen sorgt er für den Anstieg der Stillhormone Prolaktin und Oxytocin. Wenn du stillst, dann bleibt diese Konzentration durch jedes Anlegen auf einem erhöhten Level. Wenn du nicht stillst, dann sinkt sie nach wenigen Wochen ab. Dein Körper stellt sich dann nach und nach wieder auf den Menstruationszyklus ein.

Hinweis: Beim rapiden Abfall der Hormone nach Geburt entsteht der Milcheinschuss.

Abfall des Östrogenspiegels nach der Geburt – Haarausfall

Während der Östrogenspiegel in der Schwangerschaft auf einem sehr hohen Level ist, sinkt er nach der Schwangerschaft rapide ab. Bestimmt ist dir in der Schwangerschaft aufgefallen, dass deine Haare dichter waren als sonst. Dafür sorgt das Östrogen. Wenn dieses in den ersten Monaten nach der Entbindung abfällt, dann kommt es zunächst zu einem vermehrten Haarausfall.

Mach dir darüber jedoch keine Gedanken: Sobald sich das Östrogenlevel wieder eingependelt hat, hört der Haarausfall wieder auf. In der Regel dauert das sechs Monate bis hin zu einem Jahr.

Voraussetzung zum Stillen: Anstieg von Oxytocin und Prolaktin

Schon beim Stillbeginn sorgen Oxtocin und Prolaktin für die Milchbildung und den Milchfluss. Prolaktin sorgt zudem dafür, dass der Eisprung unterbunden wird. Allerdings ist dies nur der Fall, wenn du regelmäßig stillst. Daher solltest du beim Sex nach der Geburt (bzw. Sex nach dem Kaiserschnitt) dennoch verhüten, da es durchaus sein kann, dass du gleich wieder schwanger wirst.

Oxytocin hat neben der Erhöhung des Milchflusses noch weitere Funktionen. Es sorgt einerseits dafür, dass sich die Gebärmutter nach der Entbindung wieder zurückbildet. Andererseits unterstützt es das Bonding zwischen dir und deinem Baby – daher wird es auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet.

Symptome der Hormonumstellung: mögliche Beschwerden

Neben dem Haarausfall gibt es noch einige weitere Beschwerden, die dich durch die endokrine Umstellung ereilen könnten. Dazu gehört allen voran das Schwitzen: Dieses ist bei den meisten Wöchnerinnen sehr ausgeprägt. Außerdem kann es zu Problemen mit der Verdauung kommen. Dagegen können wir dir etwas warmen Apfelsaft für zwischendurch empfehlen. Wahrscheinlich bist du auch noch sehr müde – das hängt ebenfalls mit dem Abfall von Oxytocin zusammen, allerdings ebenfalls mit der allgemeinen Anstrengung der Geburt.

Baby Blues & Stimmungsschwankungen während des Wochenbetts

Bestimmt hast du schon einmal vom sogenannten Baby Blues gehört. Dabei bist du in den ersten Tagen nach der Entbindung erst einmal traurig oder niedergeschlagen. Auch Stimmungsschwankungen könnten dich jetzt belasten. Häufig wird dieses Stimmungstief mit der Hormonumstellung begründet, jedoch ist dies nicht der einzige Auslöser.

Die Geburt ist eine sehr aufregende und teilweise auch belastende Erfahrung. Das gepaart mit deiner neuen Rolle als Mutter, den vielen Aufgaben, die neu dazugekommen sind und der Bewegungseinschränkung im Wochenbett ist ebenfalls ein großer Faktor beim Auftreten des Baby Blues. Denke daran, dir jetzt auch ein paar Auszeiten zu gönnen und vielleicht tagsüber häufiger ein Schläfchen zu machen. Durch viele Pausen wirst du dich merklich leichter erholen können.

Hinweis: Wenn die Traurigkeit oder Gefühllosigkeit länger als ein paar Tage andauert, könnte es sich um eine beginnende Wochenbettdepression handeln. Diese ist längerfristig und tritt für gewöhnlich innerhalb des ersten Jahres nach Geburt auf. Wenn die schlechten Gedanken also über einen längeren Zeitraum überwiegen, dann wende dich am besten an deine Hebamme oder deinen Arzt.

Weitere Informationen rund um das Wochenbett und alle weiteren Phasen findest du in unserem Ratgeber:

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